Wer wir sind

Logotherapie-Projekt

FARBEN TROTZ NARBEN®

Die (Lebens-)Künstlerinnen von

FARBEN TROTZ NARBEN®

stellen sich und ihre Arbeit vor

 

Unser Projekt FARBEN TROTZ NARBEN® konnte 2018 sein 25jähriges Bestehen feiern.

Zur Freude derjenigen, die nun seit über zwei Jahrzehnten die Begeisterung für die Malerei teilen.

 

Entwickelt wurde das Projekt 1993 von Frau Dr. med. Theresia Ehlert (†), Initiatorin der Ludwigsburger Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs" und von Frau Anna-Maria Stegmaier (Dipl.-Päd. Univ./ ECP), damals tätig als Kunstpädagogin in der Pädiatrie im Klinikum Ludwigsburg.

Frau Dr. Ehlert hat für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten. Diejenigen unter uns, die noch zusammen mit ihr die allerersten Bilder von FARBEN TROTZ NARBEN® gemalt haben, werden sie nicht vergessen.

Selbst von Krebs betroffen, hatte sie sich unermüdlich dafür eingesetzt, dass niemand verzweifeln musste, der sich mit der Diagnose Krebs konfrontiert sah. Für sie war die von Viktor E. Frankl begründete Logotherapie und Existenzanalyse, die sie durch Frau Stegmaier kennengelernt hatte, ein Hoffnungsschimmer.

 

Selbsthilfegruppen für Krebspatient(inn)en sind heute eine Selbstverständlichkeit. Damals – Anfang der 90er Jahre - waren sie ein Novum. Anfang der 90er Jahre steckte auch die Logotherapie in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Die im Jahr 1982 gegründete Deutsche Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse e.V. ist erst seit einigen Jahren zum Berufsverband avanciert (siehe www.logotherapie-gesellschaft.de).

 

Trotzdem gelang es Frau Dr. Ehlert und Frau Stegmaier in der Anfangsphase, die Klinikleitung von ihrem logotherapeutischen Kunstprojekt zu überzeugen. Das von ihnen zusammen mit  Frau Dr. med. Völcker und anderen künstlerisch engagierten Klinik-Mitarbeitern im Arbeitskreis „Klinische Kunstpädagogik und Kunsttherapie“ erarbeitete Konzept, wurde in der Folge tatkräftig von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Zwei Atelier-Räume in der Klinik für Radio-Onkologie und Nuklearmedizin sowie die Anschaffung von Wechselrahmen für Flure und Wartezimmer, festliche Buffets und musikalische Highlights bei den bald schon möglichen Vernissagen im Foyer des Klinikums - das alles waren deutliche Zeichen für die Akzeptanz vonseiten des Klinikums.   

 

Das eingetragene Markenzeichen FARBEN TROTZ NARBEN®, das wir von Krebs betroffenen Malerinnen für die Kennzeichnung unserer Werke verwenden können,  enthält das Wort "TROTZ". Wer die von V. Frankl begründete Logotherapie kennt, entdeckt den Verweis auf dessen aussagekräftige Formel von der "Trotzmacht des Geistes". Diese Formel macht uns Mut, denn in der geistigen Dimension - und das heißt nicht mehr und nicht weniger als in der menschlichen Dimension - kann niemand erkranken. Auch wir sind in dieser menschlichen Dimension nicht krank. Genau das war es wohl, was die Klinikleitung damals veranlasst hat, unsere Arbeit zu unterstützen.

 

Seit 1993 haben sich in unseren Gruppen nach und nach über 70 Frauen eingefunden, die trotz Krebserkrankung und damit verbundenen Lebenskrisen an den Malstunden und Gesprächen  teilnahmen. Etliche von uns beteiligten sich anfangs  – nach Terminabsprache mit der Projektleiterin Frau Stegmaier - an einzelnen Malstunden oder Gesprächen im Klinikum Ludwigsburg. Andere kommen seit vielen Jahren regelmäßig in ein von uns gemeinsam genutztes Malatelier in der Ludwigsburger Weststadt. Dieses Atelier befindet sich also außerhalb des Klinikums. Dort können wir das Damoklesschwert Krebs durch Dereflexion ( = logotherapeutische Methode) entschärfen, ohne dessen Realität durch oberflächliche Zerstreuung verdrängen zu müssen.

 

Inzwischen sind einige von uns in künstlerischer Hinsicht "flügge" geworden. Sie stellen ihre Werke eigenständig an den verschiedensten Orten im Landkreis aus, z.B. in Heimen für Senior(inn)en, in Arztpraxen, Rathäusern, Kapellen, Hotels, Galerien und Hochschulen. Die Signaturen dieser Künstlerinnen, die hier im Internet nicht namentlich genannt werden, stehen inzwischen für eine ganz besondere künstlerische Qualität, die vor allem mit Mut, mit Lebenskunst und Lebensfreude zu tun hat.

 

Gerade deshalb legen wir großen Wert darauf, nicht in allem und jedem, was wir tun und unternehmen als schwächelnde Krebskranke behandelt und angesehen zu werden. 

Die erfahrenen Patientinnen unter uns lassen sich von Frau Stegmaier gerne als Gesprächspartnerinnen für frisch Betroffene einsetzen.

 

Die Stärke unseres Projekts: Niemand von uns gibt vor, auch Frau Stegmaier nicht, in irgendeiner Weise die Leiden, die mit einer Krebserkrankung verbunden sind, aus der Welt schaffen zu können. Niemand erhebt den Anspruch, unser Projekt könnte auch nur ein Jota anderer bewährter Krebstherapien ersetzen. Dafür sind wir präsent und ansprechbar, nehmen uns Zeit füreinander, immer wieder.

 

Die Teilnahme am Projekt Ludwigsburger FARBEN TROTZ NARBEN®, das Krebstherapien lediglich ergänzen kann, wird nicht nur von uns Patientinnen weiter empfohlen. Auch ganzheitlich denkende Ärzte, Psycho-Onkologen und Psychotherapeuten empfehlen ihren Patient(inn)en die Teilnahme an unseren Gruppen.

 

Inzwischen finden sich auf ihre Empfehlung hin sogar auch Frauen bei uns ein, die gar keine Krebserkrankung haben und die das Malen und den Austausch in unserem Malatelier als gesundheitsfördernde Entlastung im familiären und beruflichen Alltag begrüßen. Wir alle freuen uns, wenn unsere Gruppen möglichst bunt zusammengesetzt sind. Wir finden es gut, wenn nicht dauernd im Vordergrund steht, wo der Schuh drückt, welches gesundheitliche Problem oder welche Konflikte und Ängste das Leben beeinträchtigen. Wir orientieren uns lieber an dem schönen Satz von J.W. v. Goethe:

"Alles Lebendige strebt zur Farbe."

 

Wir legen im Atelier großen Wert auf eine angenehme Atmosphäre, die es den von Krankheit aktuell Betroffenen erlaubt, alles Belastende für ein paar Stunden außen vor zu lassen. Wir begleiten uns gegenseitig mit unserer Aufmerksamkeit und unseren Anregungen. Und wenn jemand es möchte, steht Frau Stegmaier einzelnen von uns auch als Logotherapeutin zur Verfügung. (Was das genau heißt, lässt sich am besten in der Europäischen Charta der Logotherapeuten nachlesen. Diese finden Sie auf der Webseite www.logotherapie-gesellschaft.de unter der Rubrik "Lizenz" oder auf der Webseite www.logotherapie-profession.eu.)

 

Logotherapeutische Krisenintervention hat immer auch präventiven Charakter. Sie belastet nicht, weil dabei die Probleme der Vergangenheit weitgehend in Ruhe gelassen werden. Es geht vor allem darum, mutig nach vorne blicken. Nach möglichen Ursachen der Krebserkrankung zu fahnden, das überlassen wir inzwischen gerne den Krebsforschern und Wissenschaftlern. Immer wieder alte Konflikte und Belastungen zu bereden, die vielleicht etwas mit der Entstehung unserer Erkrankung zu tun haben könnten, würde doch nur unnötig unsere kostbare Gegenwart , den nächsten Tag und womöglich sogar die ganze kommende Woche in ein dunkles Licht tauchen.

 

Die Themen der einzelnen Arbeitsphasen, die wir stets vor Festlegung des Jahresprogrammes von FARBEN TROTZ NARBEN® miteinander besprechen, fassen wir als Impulse auf, die unsere Phantasie beflügeln können. Wer künstlerisch seinen ganz eigenen Weg gehen möchte, wird daran von niemandem gehindert. Im Gegenteil: Wir sind gespannt und neugierig, wenn jemand  Einmaliges und Einzigartiges wagt. Schließlich liegt darin doch der vitalisierende Reiz des künstlerischen Arbeitens.

 

Wer sich solche Auszeiten gönnen möchte, ist ganz herzlich zum Mitmachen eingeladen. Die Einladung richtet sich insbesondere an  künstlerisch interessierte Frauen, die ihren körperlichen oder seelischen Narben das Motto „Wir malen HALT“ entgegensetzen möchten. Dieses Motto, das wir bei einer unserer Ausstellungen verwendet hatten, will sagen: Wir malen einfach drauflos, ohne uns ständig mit der Frage herumzuquälen, ob das, was wir gerade zu Wege bringen, gleich dem urteilenden Blick eines Malkurs-Leiters oder Kunstkritikers standhalten würde. Ein solcher Blick geht an uns vorbei, insbesondere dann, wenn er kalt, arrogant und lebensfeindlich ist.

 

Wir geben uns gegenseitig HALT – allein schon durch die Tatsache, dass wir uns Zeit nehmen für Wesentliches: für die Hinwendung zum Lebendigen in uns und für die achtsame Zuwendung zum Leben um uns – mitsamt all seinen anregenden ästhetischen Facetten.  Wir lassen uns faszinieren vom Schönen, ohne das aufzugeben, was uns persönlich jeweils wichtig ist und was uns richtig und bedeutsam erscheint. Wir ermutigen uns gegenseitig: Werde, der Du bist!

 

Für das Jahr 2019 haben wir erneut sechs Mal-Phasen geplant, die jeweils 3 bis 4 Wochen dauern. Jede Phase steht für sich und kann einzeln belegt werden. Insgesamt wird es im Laufe des Jahres 21 Malstunden (à 120 min.) geben. Alle Malstunden sind gleichermaßen für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. 

 

Verschiedene Papierarten und Pinsel in allen möglichen Ausführungen, Aquarell-, Gouache- und Dispersionsfarben, Öl-, Wachs- und Pastellkreiden sowie  Buntstifte, Zeichenkohle, Tusche u.v.a.m. stehen im Malatelier von FARBEN TROTZ NARBEN® zur Verfügung. Die Materialien müssen also nicht eigens von jeder Teilnehmerin angeschafft werden. Wer lieber eigenes Material verwenden will, der bringt es einfach mit (z.B. bespannte Keilrahmen und eigene Acryl-Lieblingsfarben).

 

Teilnehmerinnen, die in diesem Jahr ein Winter-Frühjahrs-Abo und oder ein Herbst-Abo buchen, steuern pro Malstunde (120 min.) 15 € bei, damit wir unser gemeinsames Kunstprojekt weiter führen können. Wer nur einzelne Malphasen belegen möchte, trägt ein wenig mehr bei. Denn die laufenden Kosten für den Atelierbetrieb lassen sich nicht verringern, wenn ein oder mehrere Atelierplätze für eine gewisse Zeit nicht genutzt werden.

Nach wie vor warten wir noch immer auf großzügige Sponsorinnen und Sponsoren oder auch auf Krankenkassen, die unser "trotziges Projekt" fördern.

 

Wir freuen uns, wenn Sie bald mit uns Kontakt aufnehmen.

 

Mit herzlichen Grüßen,

die Malerinnen von FARBEN TROTZ NARBEN®

 

FTN(at)gmx.info